28. März - Mk 16, 9-20

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Kommentare: 3
  • #1

    William MacDonald (Sonntag, 27 März 2016 23:15)

    B. Die Erscheinung vor Maria Magdalena (16,9-11)

    Weil in zwei wichtigen alten Handschriften des Markusevangeliums die Verse 9-20 fehlen, glauben viele moderne Theologen, dass sie nicht authentisch sind. Dennoch gibt es wichtige Argumente dafür, dass sie zum Text gehören:
    1. Fast alle anderen griechischen Manuskripte und viele Kirchenväter haben diesen Abschnitt im Text.
    2. Vers 8 wäre ein äußerst seltsamer Schluss, insbesondere im Griechischen, wo das letzte Wort gar (denn) lautet. Dieses Wort steht nur äußerst selten am Ende eines Satzes, noch viel weniger am Ende eines Buches.
    3. Wenn, wie einige lehren, der originale Schluss des Markusevangeliums verloren gegangen ist und dies eine spätere Zusammenfassung darstellt, dann wäre das Wort unseres Herrn über die Bewahrung seines Wortes (Matth 24,35) nicht in Erfüllung gegangen.
    4. Der Inhalt dieses Abschnittes steht in Übereinstimmung mit anderen biblischen Stellen.
    5. Der Stil, und besonders die Wortwahl, entsprechen genau dem ersten Kapitel des Buches.
    24 16,9 Der Heiland erschien zuerst Maria Magdalena. Als sie Jesus das erste Mal begegnet war, hatte er ihr sieben Dämonen ausgetrieben. Von da an diente sie ihm voller Liebe mit ihrem Eigentum. Sie war bei der Kreuzigung dabei und hatte gesehen, wohin sein Leib gelegt worden war. Von den anderen Evangelisten wissen wir, dass sie, als sie das Grab leer fand, loslief und es Petrus und Johannes sagte. Als sie mit ihr zurückkamen, fanden sie das Grab leer, wie sie gesagt hatte. Sie kehrten nach Hause zurück, aber sie blieb bei dem leeren Grab. Da erschien ihr Jesus.
    16,10.11 Wieder ging sie in die Stadt zurück, um den trauernden Jüngern die gute Nachricht zu überbringen. Aber das war für sie zu schön, um wahr zu sein. Sie glaubten es nicht.

    C. Die Erscheinung vor zwei Jüngern (16,12.13)

    16,12 Der vollständige Bericht über dieses Ereignis finden wir in Lukas 24,13-31. Hier lesen wir nur, dass »er sich zweien von ihnen in anderer Gestalt unterwegs« auf dem Weg nach Emmaus offenbarte. Maria meinte, er sei der Gärtner, als er ihr erschien. Hier erschien er nun als Mit reisender. Aber es war derselbe Jesus, der in seinem verherrlichten Leib erschien.
    16,13 Als die beiden Jünger nach Jerusalem zurückkehrten und über ihre Gemeinschaft mit dem Auferstandenen berichteten, trafen sie auf denselben Unglauben wie vorher Maria.

  • #2

    William MacDonald (Sonntag, 27 März 2016 23:16)

    D. Die Erscheinung vor den Elfen (16,14-18)

    16,14 Diese Erscheinung vor den Elfen fand noch am gleichen Sonntagabend statt (Lk 24,36; Joh 20,19-24; 1. Kor 15,5). Obwohl die Jünger als »die Elf« bezeichnet werden, waren doch nur zehn von ihnen anwesend. Thomas war diesmal nicht dabei. Jesus tadelte die Seinen für ihre Weigerung, die Berichte seiner Auferstehung von Maria und den anderen anzunehmen.
    16,15 Dieser Vers berichtet vom Auftrag, den der Herr am Abend seiner Himmelfahrt aussprach. Deshalb liegt zwischen Vers 14 und 15 eine längere Zeitspanne. Die Jünger wurden be auftragt, »das Evangelium der ganzen Schöpfung« zu predigen. Das Ziel des Herrn war die Evangelisation der ganzen Welt. Er wollte es mit elf Jüngern er reichen, die im wahrsten Sinne des Wortes alles verlassen sollten, um ihm nachzufolgen.
    16,16 Ihre Predigt würde zweierlei Auswirkung haben. Einige würden glauben, getauft und errettet werden, einige wü rden nicht glauben und verdammt werden.
    Vers 16 wird von manchen benutzt, um die Heilsnotwendigkeit der Wassertaufe zu begründen. Wir wissen jedoch aus folgenden Gründen, dass dies nicht richtig sein kann:
    1. Der Verbrecher am Kreuz war nicht getauft, dennoch wurde ihm versichert, dass er mit Christus ins Paradies käme (Lk 23,43).
    2. Die Heiden in Cäsarea wurden getauft, nachdem sie errettet wurden (Apg 10,44-48).
    3. Jesus selbst taufte nicht (Joh 4,1.2) – ein seltsames Verhalten, wenn Taufe zur Rettung notwendig wäre.
    4. Paulus dankte Gott, dass er nur wenige Korinther getauft habe (1. Kor 1,1416). Ein solches Dankgebet wäre nie infrage gekommen, wenn die Taufe heilsnotwendig wäre.
    5. Etwa 150 Stellen im NT sagen aus, dass die Errettung allein aus Glauben geschieht. Kein einzelner Vers oder Abschnitt könnte dieses überwältigende Zeugnis ungültig machen.
    6. Die Taufe ist im NT mit Tod und Begräbnis des alten Menschen verbunden, nicht jedoch mit der geistlichen Wiedergeburt. Aber was bedeutet Vers 16 dann? Wir sind der Meinung, dass er die Taufe als das normale äußerliche Zeichen des Glaubens erwähnt. Taufe ist keine Bedingung für die Errettung, sondern die Verkündigung in der Öffentlichkeit, dass der Betreffende errettet ist.
    16,17.18 Jesus beschreibt hier bestimmte Wunder, die denjenigen, die dem Evangelium glauben, folgen werden. Wenn wir diese Verse lesen, ist sicherlich die erste Frage: »Gibt es diese Zeichen noch heute?« Wir glauben, dass diese Zeichen in erster Linie für das apostolische Zeitalter bestimmt waren, ehe die ganze Bibel in geschriebener Form zugänglich war. Die meisten dieser Zeichen finden sich in der Apostelgeschichte:
    1. Dämonenaustreibung (Apg 8,7; 16,18; 19,11-16).
    2. Andere Sprachen (Apg 2,4-11; 10,46; 19,6).
    3. Das Anfassen von Schlangen (Apg 28,5).
    4. Gift trinken, ohne Schaden zu nehmen. Dies ist in der Apostelgeschichte nicht überliefert. Allerdings berichtet der Geschichtsschreiber Eusebius, dass Johannes und Barnabas das erlebt haben.
    5. Schwachen die Hände auflegen, um sie zu heilen (Apg 3,7; 19,11; 28,8.9).
    Was war der Zweck dieser Wunder? Wir glauben, dass wir die Antwort in Hebräer 2,3.4 finden: Ehe das NT vollendet war, würden die Menschen die Apostel und andere um Beweise bitten, dass das Evangelium von Gott ist. Um die Predigt zu bestätigen, gab Gott mit Zeichen, Wundern und verschiedenen Geistesgaben davon Zeugnis. Diese Wunder werden heute nicht mehr benötigt. Wir haben die gesamte, vollständige Bibel. Wenn die Menschen ihr nicht glauben, werden sie sowieso nicht glauben. Markus sagte nicht, dass diese Wunder andauern würden. Die Worte »bis zur Vollendung des Zeitalters« finden sich hier nicht wie in Matthäus 28,18-20. Dennoch schlug Martin Luther vor, dass »diese Zeichen je nach Bedürfnis noch in Anspruch genommen werden können. Wenn Not da ist und das Evangelium hart verfolgt wird, dann müssen wir diese Wunder zweifellos wirken, ehe wir erlauben, dass das Evangelium schlechtgemacht und niedergestürzt wird.«

  • #3

    William MacDonald (Sonntag, 27 März 2016 23:17)

    E. Die Himmelfahrt des Knechtes zur Rechten Gottes (16,19.20)

    16,19 Vierzig Tage nach seiner Auferstehung wurde unser Herr »in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes«. Dies ist seine Ehren- und Machtstellung.
    16,20 Im Gehorsam gegenüber seinem Gebot gingen die Jünger hinaus. Dabei predigten sie das Evangelium, das sich wie ein Lauffeuer verbreitete, und gewannen Menschen für den Retter. Die Macht des Herrn war mit ihnen. Die verheißenen Zeichen begleiteten ihre Predigt und bestätigten ihre Worte. Hier endet die Erzählung, wobei Christus im Himmel ist und einige wenige hingegebene Jünger auf der Erde sind. Ihnen liegt die weltweite Evangelisationsverkündigung am Herzen, ihr verschreiben sie sich ganz – einer Aufgabe, die ewige Auswirkungen hat. Auch wir sind in unserer Generation mit diesem Auftrag betraut. Unsere Aufgabe besteht darin, jeden Menschen mit dem Evangelium zu erreichen. Ein Drittel der gesamten Menschheit, die je gelebt hat, lebt heute. Im Jahr 2000 ist es die Hälfte der gesamten Menschheit gewesen, die zu dieser Zeit gelebt hat. In dem Maße, wie die Bevölkerungs zahlen steigen, wächst die Aufgabe. Aber die Methode bleibt immer dieselbe – hingegebene Jünger mit uneingeschränkter Liebe zu Christus, in deren Augen kein Opfer für ihn zu groß ist.
    Der Wille Gottes ist die Weltevangelisation. Was tun wir dafür?