12. März - Mk 13, 24-27

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Kommentare: 1
  • #1

    Artur Janzen (CINF/BBG) (Samstag, 12 März 2016 06:47)

    Guten Morgen Geschwister,

    zu meiner gestrigen Frage:
    Ich denke, dass die sog Endzeitrede (Mk 13) eine doppelte prophetische Schau ist. Zum einen redete Jesus von der Zeit die recht bald auf Israel zukommen sollte und zum anderen fiel sein Blick in eine viel fernere Zukunft, die auch uns noch bevorsteht.
    Ereignisse wie das Auftreten von falschen Christussen (V. 22), die Auslieferung vor Gerichte und Synagogen (V. 9) und der entgegenschlagende Hass (V. 13) haben die Apostel und viele Christen ihrer Generation selbst noch erlebt. Weitere Ereignisse, die Jesus angekündigt hat, stehen noch aus. Vor allem die Wiederkunft Christi, die im heutigen Text beschrieben wird, erwarten wir noch.
    Die Ereignisse dieser Endzeitpredigt klingen alle ziemlich spektakulär und beinahe unglaublich. Vielleicht habt ihr euch auch schon einmal bei dem Gedanken erwischt "Das soll wirklich alles so geschehen?" Im Alltag erleben wir das Übernatürliche nicht in so intensiver und geballter Form. Deswegen kann man schnell dem Glauben verfallen, dass die Dinge ganz natürlich weiterlaufen werden. So ein gewaltiges Eingreifen Gottes in den Weltlauf kann dabei schwer vorstellbar werden. Aber hier ist Vorsicht geboten! Als Christen haben wir die Hoffnung, dass Christus wiederkommen wird und das Gott die uns bekannte Welt einem Ende zuführen wird. Sowohl Jesus als auch die Apokalyptiker (Daniel, Johannes) und auch die Apostel haben immer wieder von dieser Hoffnung gesprochen. Und bedenkt: gewisse Ereignisse sind deswegen so unglaublich, weil sie nur einmal in der gesamten Weltgeschichte auftreten, sich also nie wiederholen (z.B. Schöpfung der Erde, Menschwerdung Gottes). Sie stehen als dem Gewohnten des Alltags konträr gegenüber und fordern uns zum Glauben heraus.
    Übrigens, auch wir Menschen erleben jeder für sich einmalige Dinge im Leben, die deswegen auch etwas besonderes sind: Anfang und Ende des Lebens, Geburt und Tod. Zwischen diesen zwei Punkten kann das Leben ziemlich gewöhnlich, konstant und unspektakulär wirken. Auch hier steht der Mensch in der Herausforderung zu Bedenken, dass er einmal sterben wird. Häufig klingt diese Vorstellung so weit weg und unreal. Doch sterben wird jeder einmal (außer die goldene Generation an Christen, die die globale Entrückung der Gemeinde erleben wird - auch so ein einmaliges Ereignis). Deswegen sagte schon Mose in Ps 90,12: "Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden." Das menschliche Leben ist in seinen äußeren Extrempunkten ziemlich spektakulär; Geburt und Tod sind alles andere als gewöhnlich. Beinahe haben sie etwas Übernatürliches. Sie sollen uns an Anfang und Ende der Welt erinnern. Sie sollen uns lehren, dass auch das Weltgeschehen in seinen äußeren Punkten absolut unnatürlich ist. Und in der Zwischenzeit kämpfen wir für den Glauben und gegen die Vereinnahmung durch das Gewöhnliche, durch den Alltag.
    Der Tod der Welt steht noch aus und damit der Beginn einer neuen Welt, eines neuen Lebens. Man könnte sagen, wir warten auf die Geburt in eine neue Realität.