3. März - Mk 11, 27-33

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Kommentare: 2
  • #1

    Artur Janzen (CINF/BBG) (Donnerstag, 03 März 2016 08:54)

    Hallo Geschwister,

    im heutigen Text wird Jesus gefragt, mit welcher Autorität er die Tempelreinigung durchführte. Durch eine geschickte Gegenfrage bringt er seine Gegner zum Schweigen, ohne die Frage zu beantworten. Warum möchte er ihnen eigentlich nicht sagen, in welcher Autorität er gehandelt hat?
    Folgenden Grund vermute ich:
    Durch die Frage der obersten Priester, Schriftgelehrten und Ältesten kam die ablehnende Herzenshaltung dieser religiösen Leiter zum Ausdruck. Hinter dieser Frage verbarg sich nämlich eine größere Frage: Wer glaubst du eigentlich zu sein? Sie verkannten damit ganz eindeutig Jesu Göttlichkeit und Messianität, obwohl sie genug Grund zum Glauben daran hätten. In diesem Text hinterfragen Menschen ihren Gott, die Schöpfung ihren Schöpfer. Der Mensch, der nur Staub ist (Ps 103,14), wagt es, den Sohn Gottes in seiner Identität zu hinterfragen. Eine solche dreiste und unwürdige Frage muss zum Schweigen gebracht werden. Denn natürlich hat der Sohn Gottes die Autorität zu einer solchen Handlung. Schon im Alter von 12 Jahren hatte Jesus diese Frage beantwortet, als seine Eltern ihn nach längerer Suche im Tempel fanden (Lk 2,49). Der Tempel war das Haus seines Vaters - natürlich hatte er die Autorität zur Tempelreinigung. Jedem wäre dies klar gewesen, der ein sensibles und offenes Herz hatte, Jesus als Messias zu erkennen.
    Mit ihrer Frage zeigte die religiöse Leiterschaft, dass sie Jesus nicht als Messias und Gott anerkannten (sonst hätte sich diese Frage nie gestellt). So stellt sich auch uns die Frage, ob wir die Autorität Jesu anerkennen. I.d.R. bejahen wir dies sofort. Doch wenn Jesus unser Herz und unser Leben reinigen möchte, sträuben wir uns auch manchmal und bringen damit dasselbe wie die Schriftgelehrten und Co. zum Ausdruck. Wenn der "Herr der Herren und König der Könige" (Offb. 17,14) anfängt, Tische in unserem Leben umzustoßen, Gewohnheiten auszutreiben und gewisse Umstände nicht in unserem Leben zulässt, erkennen wir ihn dann immer noch willig als Autorität in unserem Leben an? Sind wir uns dann immer noch bewusst, dass er Gott und wir Mensch sind? Oder ärgern wir uns innerlich über gewisse Umstände und Situationen, die Gott nun zugelassen hat? Ich habe mich schon oft bei einem solchen Ärger erwischt. Dann müssen wir wieder demütig im Herzen werden und erkennen, dass er Gott der Herr ist. Lies dazu Ps 103,11-22!

  • #2

    Jonas (Donnerstag, 03 März 2016 11:06)

    Vielen Dank, lieber Artur für deine hilfreiche Ausführung und damit den Blick auf das wesentliche auch für uns.

    Ich möchte kurz auf die zweite Frage im Schwarzbrot eingehen: Als Parallelstelle ist Mt 10,16 angegeben:
    "Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben!"
    Man muss nicht immer jede Frage beantworten, die von Skeptikern des christlichen Glaubens kommen. Vielmehr müssen wir lernen zwischen den Zeilen lesen zu können, sprich wir müssen herausfinden, was ist das eigentliche Problem des Menschen mit dem ich im Gespräch bin? Und um ihn nicht zu überrumpeln sagen wir ihm das nicht direkt ins Gesicht, sondern antworten wie Jesus mit Gegenfragen um ihn aus der Reserve zu locken. Oft sind evangelistische bzw. apologetische Gespräche seelsorgerische Gespräche!