2. Februar - Mk 7, 1-8

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Kommentare: 3
  • #1

    Marcus (CINF & Bibelbaptisten) (Dienstag, 02 Februar 2016 09:04)

    Moin!
    Schon interessant aber erschreckend zu hören, wie sich Menschen so weit entfernen können vom eigentlichen, dass sie nicht mehr dem Schöpfer dienen, sondern ihren eigenen 'außerbiblischen' Gesetzen.
    Wie toll ist es, dass wir zur Freiheit berufen sind (Galater 5,13).

    Der Text heute vordert mich geradezu heraus mir Gedanken zu machen zu folgenden Punkten:
    - Wo mache ich mir eigene Gebote, die höher stehen als das Wort oder dieses sogar ersetzen? Gibt es in der Gemeinde oder im Hauskreis Dinge, die neu überdacht werden sollten diesbezüglich?
    - Bei welchen Dingen/Aktivitäten usw. bin ich nicht mehr mit dem Herz dabei?

    Einen gesegneten Tag euch.

  • #2

    Artur Janzen (CINF/BBG) (Dienstag, 02 Februar 2016 09:11)

    Guten Morgen Geschwister,

    zum gestrigen Blog habe ich heute noch etwas angefügt. Gerne könnt ihr da nochmal vorbeischauen. Ein Link zu einem Video von Michael Kotsch ist auch dabei.

  • #3

    Artur Janzen (CINF/BBG) (Dienstag, 02 Februar 2016 09:31)

    Heute haben wir wieder einen sehr spannenden Text, dem wir einiges abgewinnen können (siehe Marcus´ Beitrag). Folgende Gedanken dazu:

    a) V. 3+4 lassen erkennen, dass Markus sein Evangelium nicht für Juden geschrieben hat. Diesen hätte er die jüdischen Reinheitsgebote nicht erklären müssen, Heiden(christen) dagegen schon. Aus solchen Stellen kann man die intendierte Zuhörerschaft und das Ziel erkennen, das die Evangelienschreiber hatten. Matthäus z.B. hat ein jüdisches Publikum vor Augen, als er sein Evangelium schrieb und wollte Jesus als Messiaskönig darstellen. Markus legt seinen Fokus auf Jesu Dienerrolle. Die anderen beiden Evangelisten haben nochmal eigene Betonungen.

    b) Tradition und Überlieferung entstanden nicht aus dem luftleeren Raum, sondern entsprangen der Auslegung und Interpretation der Torah. Da dies aber Menschenwerk ist, muss sie immer wieder neu durchdacht und notfalls geändert werden. Was bedeutet das für uns? Auch wir legen die Bibel aus und interpretieren sie. Dies tun wir mit dem Ziel, Gott besser zu verstehen und Anwendungen für unsere Lebensführung abzuleiten. Und hier stehen wir in derselben Gefahr wie das Judentum zu Jesu Zeit, Traditionen zu entwickeln (an sich nicht schlecht!) und diese nicht immer wieder neu zu durchdenken. Ich nenne mal ein harmloses Beispiel: Augen schließen und Hände falten beim Gebet. Dies wurde mir so von den "Alten" (V. 3) beigebracht, die es wiederum von ihrer Elterngeneration gelernt haben. Dies halte ich für keine schlechte Tradition, aber es ist eben nur eine Tradition. Überlieferungen haben immer das Potenzial, zu leblosen Ritualen zu verkommen. Lebendig bleiben sie nur durch einen lebendigen Glauben und ein hingegebenes Herz (V. 6) - eine riesige Herausforderung auch für uns Freikirchen!
    Welche Traditionen seht ihr, wo wir in der Gefahr stehen, in einen Ritualismus zu verfallen statt mit dem Herzen Gott nah zu sein?