27. Januar - Mk 6, 1-6

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Kommentare: 3
  • #1

    Artur Janzen (CINF/BBG) (Mittwoch, 27 Januar 2016 09:29)

    Hallo Geschwister,

    folgende zwei Fragen habe ich für euch:

    1) Wie ist die Formulierung "er konnte dort kein Wunder tun" (V. 5) zu verstehen?

    2) Jesus ist verwundert (V. 6) - ein seltenes Phänomen bei ihm. Wo taucht es noch im NT auf?

  • #2

    Julia Wiegel (BBG) (Mittwoch, 27 Januar 2016 21:14)

    1.) Das ist wirklich etwas verwunderlich. Eigentlich könnte er doch jederzeit seine Allmacht zeigen, was hier aber nicht der Fall ist. Liegt es womöglich an der "Ablehnung" bzw. Gleichgültigkeit der Menschen? Eigentlich müsste er doch seiner Heimatstadt am ehesten als Sohn Gottes bekannt sein..

    2.) Diejenigen, die ihn gut kennen sollten - er wuchs ja schließlich dort auf - haben ihm weniger gelaubt, was ihn mit Sicherheit traurig machte.
    Ich denke, er wurde sogar manchmal von seinen Jüngern enttäuscht. Sie waren so lange mit ihm zusammen und zweifelten doch immer wieder an dem, was er tat und sagte.
    z.B. Sturmstillung - Wer hat die Macht über Wellen und Wind?
    & Auferstehung

  • #3

    Artur Janzen (CINF/BBG) (Mittwoch, 27 Januar 2016 22:29)

    zu 1)
    Ich denke auch, dass es die Ablehnung der Stadtbewohner war, die weitere Wunderwirkungen Jesu verhindert haben (wie du, Julia, auch vermutest). Da Jesus einige wenige heilte, würde ich den Text so lesen, dass sein Nicht-können am Nicht-zu-Jesus-kommen lag. Ich sehe keinen Grund zur Annahme, dass Jesu übernatürliche Kraft an diesem Ort in irgendeiner Weise eingeschränkt war (so etwas ist im NT nirgendwo zu beobachten). Vielmehr kamen die Leute nicht zu Jesus und in diesem Sinne "konnte" er dann auch keine Wunder wirken; er konnte nicht, weil er keine Gelegenheit dazu hatte (außer bei einigen wenigen Außnahmen).

    zu 2)
    Im NT findet sich ein Ereignis, bei dem Jesus positiv staunt (im heutigen Text ist er ja negativ verwundert): Ein römischer Centurio glaubt, dass Jesus seinen gelähmten Knecht mit einem Wort aus der Entfernung heilen kann (Mt 8,5ff.). Darüber ist Jesus so verwundert, dass er festhält: "Wahrlich, ich sage euch, bei keinem in Israel habe ich so großen Glauben gefunden." (Mt 8,10).