26. Januar - Mk 5, 35-43

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Kommentare: 2
  • #1

    Artur Janzen (CINF/BBG) (Dienstag, 26 Januar 2016 07:56)

    Hallo Geschwister,

    ich habe zum gestrigen Text noch eine Beobachtung und eine damit verbundene Frage in den Blog gestellt. Da die Frage sich auf den gesamten Bericht (5,21-43) bezieht, können wir sie gerne hier diskutieren. Ich hoffe auf hilfreiche Kommentare von euch. Hier meine Frage und eine Beobachtung dazu von gestern:

    Erster Blogeintrag:
    "Dass Jesus im heutigen Textabschnitt die Frau "Tochter" (V. 34) nennt, ist einmalig im NT. Habt ihr eine Idee, wieso er gerade sie in dieser Situation so nennt?"

    Zweiter Blogeintrag:
    "Ich selbst habe keine abschließende Antwort auf meine oben gestellte Frage. Ich hatte gehofft, ein paar hilfreiche Impulse von euch zu bekommen. Hier jedoch eine Beobachtung zur Tochter-Gegenüberstellung beider Heilungsberichte:

    Meine Beobachtung geht von den Versen 34 und 35 aus, die den Übergang beider Heilungsereignisse markiert (beachte den Übergang "Während er noch redete, kamen..." V. 34). Während die erste "Tochter" (V. 34) durch eigenen Glauben angetrieben zu Jesus kam und Rettung erfuhr, war die zweite "Tochter" (V. 35) völlig passiv und unbeteiligt. Vielmehr forderte Jesus den Vater zum Glauben auf (V. 36), dass Jesus auch dieser Tochter helfen könnte. Die blutflüssige Frau glaubte also selbst, während dagegen für das tote Mädchen stellvertretend geglaubt wurde. Eine interessante Gegenüberstellung, die sich bei allen drei Synoptikern (Mt, Mk, Lk) findet. Mt jedoch erzählt diese Geschichte recht zügig und erwähnt nicht die Glaubensaufforderung an den Vater. Lk dagegen fügt dieser Aufforderung noch das Verheißungswort "so wird sie gerettet werden" (Lk 8,50) an. Wie würdet ihr diese Gegenüberstellung auswerten?
    Gerne können wir morgen darüber nachdenken, wenn der zweite Teil dieser Geschichte behandelt wird."

  • #2

    Corinna (CINF) (Dienstag, 26 Januar 2016 13:08)

    Hallo :)

    Zuerst einmal ist mir gerade aufgefallen, dass sich in dieser einen Situation sowohl ein Oberster der Synagoge, als auch eine arme, elende Frau aus dem Volk vor Jesu Füße wirft. Das zeigt so schön, dass Jesus für uns alle gekommen ist. So wie zur Geburt Jesu, für die Weisen und für die Hirten, die Angesehen und die Armen und Kranken.

    Hm ich hab auch keine Antwort auf die Frage. Aber die Frau glaubt, dann handelt sie entsprechend (berührt Jesus), erlebt Jesu Wirken in ihrem Leben und dann demütigt sie sich vor Jesus und gibt vor der Menge in Demut Zeugnis über das Wirken Gottes in ihrem Leben. Also: Glaube, ausgedrückt in Taten, Gottes Handeln erleben und Zeugnis davon geben. Das sieht Jesus bei dieser Frau und so sollte sich doch jede Tochter und jeder Sohn Gottes verhalten oder? Ist jetzt nicht wirklich ne Antwort auf diese Frage, aber ein Aspekt vielleicht. Es heißt ja, dass diejenigen die den Glauben leben (und das tut diese Frau offensichtlich) die echten Söhne und Töchter Abrahams sind. Also würde diese Aussage zu der Frau passen.
    Warum Gott aber NUR diese Frau Tochter nennt und andere Frauen nicht auch??

    O und zu deiner Gegenüberstellung kann man nur sagen: wundervoll :) es zeigt mir mal wieder dieses Geheimnis der zwei Seiten einer Medaille, dass sowohl Gott die alleinige Souveränität darüber hat, ob ein Mensch errettet wird und zum Glauben kommt (das Mädchen das nichts dazu beitragen kann) und gleichzeitig, dass wir Menschen uns auch selbst entscheiden (ohne den Glauben der Frau wäre sie nicht geheilt worden). Das ist das selbe was wir letztens im Hauskreis hatten, das in dem einen Gleichnis der Suchende die Verantwortung trägt und im nächsten derjenige der verloren gegangen ist. Ein paradox das Gottes Größe zeigt :)

    Lg