25. Januar - Mk 5, 21-34

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Kommentare: 5
  • #1

    Artur Janzen (CINF/BBG) (Montag, 25 Januar 2016 09:20)

    Hallo Geschwister,

    dass Jesus im heutigen Textabschnitt die Frau "Tochter" (V. 34) nennt, ist einmalig im NT. Habt ihr eine Idee, wieso er gerade sie in dieser Situation so nennt?

  • #2

    Jonas (Montag, 25 Januar 2016 11:53)

    Hallo ihr Lieben.

    Auch heute haben wir wieder ein wunderbares Ereignis vor Augen von der dienenden Haltung, Barmherzigkeit und Liebe Jesu.
    Ich möchte euch auch einen Frage stellen:
    Was meint Jesus genau, als er zu der Frau sagt "Dein Glaube hat dich geheilt/gerettet"? Worin besteht der Glaube dieser Frau?

    Noch eine Hintergrundinfo: Diese Frau war unrein. Und jeder der sie oder Gegenstände, die sie berührt, berührt, der ist auch unrein (3Mose 15,25ff). Warum wird Jesus nicht unrein? Sie hat doch sein Gewand berührt?

  • #3

    Corinna (CINF) (Montag, 25 Januar 2016 18:58)

    Hi :-)

    Das sind sehr interessante Fragen. Ich bin gespannt zu hören warum Jesus nicht unrein geworden ist als diese unreine Frau in berührt hat. Da fällt mir spontan ein, dass Jesus auch mal einen Aussätzigen berührt hat, um ihn zu heilen, wobei in dem Fall Jesus derjenige war von dem die Berührung ausgegangen ist und in diesem Fall ging es von der Frau aus. Aber Aussätzige galten damals ja auch als unrein.

    Ich denke, allein die Tatsache, dass die Frau so bewusst Jesu Gewand berührt hat, in der Hoffnung geheilt zu werden, beweist schon ihren Glauben. Wer tut sowas schon wenn er nicht glaubt, dass ihm das helfen kann? Aufgefallen ist mir auch, dass diese Frau ihr ganzes Hab und Gut auf der Suche nach Heilung verloren hat. Keiner konnte ihr helfen, jeder Arzt bei dem sie war hat es schlimmer gemacht statt besser. Jesus war sozusagen ihre letzte Hoffnung und trotz der vielen Enttäuschungen hat die geglaubt, dass Jesus anders ist und mehr Macht hat und sie tatsächlich heilen kann, ganz im Gegensatz zu allen anderen Menschen bei denen sie Hilfe gesucht hat.

    Ist mir so im heutigen Text aufgefallen ;)
    Lg

  • #4

    Jonas (Montag, 25 Januar 2016 22:35)

    Liebe Corinna,

    was den Glauben der Frau betrifft hast du vollkommen Recht. Ihr Glaube wurde in der Tat sichtbar. Sie vertraute darauf, und setzte alles auf Jesus, dass er sie gesund machen kann. Glaube drückt sich immer in der Tat aus, siehe die Glaubenshelden in Hebräer 11.

    Thema Unreinheit: In dieser Welt ist es ein ganz normales Prinzip, dass das Reine/Saubere durch das Unreine/Dreckige seine Reinheit verliert und auch unrein/dreckig wird. Das ist wie mit dem Sauerteig. Oder der Erbsünde. Wir sind von Anfang an Sünder, weil wir von einem sündigen Vater gezeugt und von einer sündigen Mutter geboren wurden.
    Bei Gott ist es jedoch anders. Wen er die neue Geburt schenkt, der wird für ewig gereinigt. Gott wird nicht sündig, sondern der Sünder geheiligt! Gott nicht ungerecht, sondern der Übertreter des Gesetzes gerecht. Gott ist der einzige, und damit auch Jesus, der nicht von Sündern besudelt wird, sondern sie werden gereinigt. So konnte Jesus nicht unrein werden, sondern die Frau wurde rein. Wie wunderbar! Was für ein genialer Gott!

  • #5

    Artur Janzen (CINF/BBG) (Montag, 25 Januar 2016 22:39)

    Hallo Geschwister,

    ich selbst habe keine abschließende Antwort auf meine oben gestellte Frage. Ich hatte gehofft, ein paar hilfreiche Impulse von euch zu bekommen. Hier jedoch eine Beobachtung zur Tochter-Gegenüberstellung beider Heilungsberichte:

    Meine Beobachtung geht von den Versen 34 und 35 aus, die den Übergang beider Heilungsereignisse markiert (beachte den Übergang "Während er noch redete, kamen..." V. 34). Während die erste "Tochter" (V. 34) durch eigenen Glauben angetrieben zu Jesus kam und Rettung erfuhr, war die zweite "Tochter" (V. 35) völlig passiv und unbeteiligt. Vielmehr forderte Jesus den Vater zum Glauben auf (V. 36), dass Jesus auch dieser Tochter helfen könnte. Die blutflüssige Frau glaubte also selbst, während dagegen für das tote Mädchen stellvertretend geglaubt wurde. Eine interessante Gegenüberstellung, die sich bei allen drei Synoptikern (Mt, Mk, Lk) findet. Mt jedoch erzählt diese Geschichte recht zügig und erwähnt nicht die Glaubensaufforderung an den Vater. Lk dagegen fügt dieser Aufforderung noch das Verheißungswort "so wird sie gerettet werden" (Lk 8,50) an. Wie würdet ihr diese Gegenüberstellung auswerten?
    Gerne können wir morgen darüber nachdenken, wenn der zweite Teil dieser Geschichte behandelt wird.