16. Januar - Mk 3, 26-30

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Kommentare: 4
  • #1

    Marcus (CINF & Bibelbaptisten) (Samstag, 16 Januar 2016 11:41)

    Zur Frage im Buch:
    Die Schriftgelehrten, extra aus Jerusalem eingereist, unterstellten Jesus, er würde seine Wunder und Werke aus der Kraft des Teufels heraus tun. Jesus antwortet auf diese törichte und kurzsichtige Unterstellung ganz cool mit einem Gleichnis in welchem er mit einfacher, auch für Kinder, nachvollziehbarer Logik ihre böswillige Unterstellung jeglicher Glaubwürdigkeit entzieht.

    Frage an alle: Wieso sagen die Schriftgelehrten so etwas, obwohl sie ja wissen müssten, dass die messianischen Wunder nur vom Messias getan werden können?

    Wie ist V. 29 zu verstehen, kann uns diese Ankündigung treffen bzw. für welchen Personen kann dies zutreffen?

  • #2

    Artur Janzen (CINF/BBG) (Samstag, 16 Januar 2016 12:51)

    Hallo Geschwister,

    die große Frage, die sich bei dem heutigen Textabschnitt aufdrängt, ist folgende (wie Marcus bereits angezeigt hat): Was ist die „Lästerung gegen den HG“ und kann mir das als Christ heute auch noch passieren?

  • #3

    Corinna (CINF) (Samstag, 16 Januar 2016 20:41)

    Hi :)

    So weit ich weiß kann man sagen, dass diese Sünde der Lästerung gegen den Heiligen Geist eine Sünde war, die sich auf die Generation der Juden bezieht, die zur Zeit Jesu gelebt haben. Wenn ich noch recht in Erinnerung hab, was Fruchtenbaum dazu geschrieben hat, dann war es die Sünde das diese Generation der Juden Jesus Christus als ihren Messias abgelehnt haben, mit der Begründung er sei von Dämonen bessen - was eine Lästerung gegen den Heiligen Geist ist, der ja genau das Gegenteil eines Dämons ist. Weil sie diese Sünde (Jesus als ihren Messias abzulehnen) als Nation begangen haben, wurde Israel verworfen und sie haben keinen Anteil an seiner Erlösung (bis Jesus auch Israel wiederherstellen wird). Das würde bedeuten, dass wir uns heute dieser Sünde nicht mehr schuldig machen können, weil es eine einmalige Sache war, die nur diese damalige Generation betroffen hat, was ja auch in den Gesamtzusammenhang der Bibel passen würde, dass Jesu Opfer stark genug ist uns von JEDER unserer Sünden zu erlösen.

    Ich hoffe ich habe die Frage halbwegs getroffen?

    Lg

  • #4

    Artur Janzen (CINF/BBG) (Samstag, 16 Januar 2016 22:22)

    Das war eine gute zusammenfassende Antwort auf die Frage! Einige Gedanken dazu möchte ich anfügen bzw. bestätigen:

    a) Die Lästerung des HG fand hier willentlich statt, d.h. die Schriftgelehrten bzw. Pharisäer schrieben die Dämonenaustreibungen ganz bewusst dem Satan („Beelzebul“) zu. Hier wird deutlich, dass die Lästerung nicht unbeabsichtigt sondern explizit gewollt geschah. Dabei kam eine negative innere Grundhaltung gegenüber Jesus als dem Messias und seinen Werken zum Ausdruck. Dass einem Juden damals diese Lästerung „aus Versehen“ geschehen könnte, legt der Text also nicht nahe.

    b) Im Parallelbericht in Mt 12 spricht Jesus kurz nach diesem Ereignis von einem „bösen und ehebrecherischen Geschlecht“ (Mt 12,39). Er bezeichnet diese Generation deswegen so, weil sie trotz der vielen Wunderzeichen und der kurz zuvor erlebten Dämonenaustreibung ein Zeichen seiner Messianität bzw. Göttlichkeit forderten.

    c) Die Lästerung des HG taucht nur in den Evangelien auf, nicht mehr in den Lehrbriefen des NTs. Es scheint also ein Spezifikum der Erdenzeit Jesu gewesen zu sein.

    d) Die Lästerung taucht im Zusammenhang mit der Dämonenaustreibung auf. Jesu Vorwurf ist, dass hier zwei gegensätzliche Geister vertauscht werden – der Satan mit Gottes Geist.

    Diese Gedanken zusammengenommen scheinen zwei Dinge deutlich zu machen:

    a) Die „Lästerung gegen den HG“ ist eine willentliche Vertauschung des Satans und des Geistes Gottes. Mehr noch: Der Geist Gottes wird mit dem Satan identifiziert. Licht und Finsternis werden vermischt; Gut und Böse werden eins genannt; Wahrheit und Lüge fallen zusammen. Dies scheint der geistlich tragischste und schlimmste Akt des Menschen zu sein.

    b) Die „Lästerung gegen den HG“ scheint eine spezielle Sünde gegenüber dem irdischen Jesus/Messias der Generation Jesu im Kontext von Dämonenaustreibung zu sein. Da dieses Thema nie wieder im NT aufgegriffen wird, scheint es eine einmalige Sache einer einmaligen Zeit (nämlich Jesu Erdenzeit) gewesen zu sein. Das Evangelium der Gemeindezeit schließt eine unvergebare Sünde offensichtlich aus (Röm 8,31ff.; 1Kor 1,8f.; Hebr 10,10).