14. Januar - Mk 3, 13-19

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Kommentare: 5
  • #1

    Jonas (Donnerstag, 14 Januar 2016 08:41)

    Guten Morgen ihr Lieben.

    Wichtig ist heute: Jesus beruft, und zwar zu einem bestimmten Dienst. Jesus in seiner Souveränität rief Menschen zu sich, welche er wollte. Aus dieser Menge berief er 12 speziell. Wozu berief er die 12? Welche Gründe werden genannt? Und was bedeutet das jeweils?

  • #2

    Artur Janzen (CINF/BBG) (Donnerstag, 14 Januar 2016 08:56)

    Hallo Geschwister,

    im heutigen Textabschnitt beruft Jesus seine Jünger. Obwohl er eine größere Menge an Nachfolgern hat, möchte er sich in zwölf Männer besonders intensiv investieren. Diese sollen später einmal Jesu Werk fortführen. Dazu werden sie jetzt ausgebildet. Die Ausbildung beginnt mit "bei ihm sein" (V. 14). Erst danach werden sie ausgesandt, um zu predigen. Bei Jesus zu sein bedeutet, von ihm zu lernen, sich prägen zu lassen und sich das Leben bei ihm abzuschauen. Rabbiner zur Zeit Jesu hatten alle Schüler. Diese wollten möglichst genauso werden wie ihre Lehrer und schauten sich das komplette Alltagsleben ab. So auch bei Jesus und seinen Jüngern.
    In der Anwendung für uns bedeutet das: erst Gemeinschaft, dann Dienst; erst Lernen, dann Lehren. Obwohl Gemeindeleben sehr arbeitsintensiv werden kann, hat doch die persönliche Gemeinschaft mit unserem Meister Vorrang (auch zusammen mit der Gesamtgemeinde). Im welchem Zeitverhältnis stehen bei dir z.Z. Gottesbeziehung und Dienst? Bedenke: Dein Dienst wird schnell zum Erliegen kommen, wenn die Energieressourchen nicht täglich aufgefüllt werden. "Ließ die Bibel, bet jeden Tag" lautet hier das einfache Geheimnis.

  • #3

    Vitali (Aachen) (Donnerstag, 14 Januar 2016 21:51)

    Hallo,

    danke für eure Kommentare.
    Auch in diesem Abschnitt heute fällt mir auf, dass es sehr viel in Markus um Dämonenaustreibungen geht. Die Jünger sind später auf dies abgestellt. Interessant ...
    Die Fragen im Buch waren heute sehr schwer. Warum beruft er Judas, der ihn später verraten wird?

  • #4

    Jonas (Donnerstag, 14 Januar 2016 23:09)

    Artur hat meine Fragen schon gut beantwortet.
    @Vitali: Zu der Sache mit den Dämonen hat Julia, die ein Jahr in Afrika war, nachträglich noch was geschrieben, ich glaube zu 4.Januar.
    Ja das mit Judas ist wirklich eine schwierige Frage. Wichtig: Wir müssen hierfür unsere durch-glauben-gerechtfertigt-Brille und nun stehen wir als Gerettete in der Nachfolge aus der Sicht nach dem Pfingstereignis ablegen. Diese Berufung hat erstmal nichts mit der ewigen Errettung zu tun. Jesus hat sie zum Dienst berufen. Judas hat auch ein Stück weit gedient und das gemacht, was Jesus ihm aufgetragen hatte. Und doch hat er ihn verleugnet. Ich kanns nicht ganz lösen. Vielleicht hat noch jemand hilfreiche Gedanken dazu ...

  • #5

    Artur Janzen (CINF/BBG) (Freitag, 15 Januar 2016 09:08)

    zu Vitalis Frage:

    Wir tun uns deswegen schwer mit dieser Frage, weil wir meinen, dass jeder berufene Jünger auch gläubig in unserem Sinne sein oder werden müsste. Aber wie Jonas schon richtig angemerkt hat, muss Jüngerschaft und Christsein unterschieden werden (obwohl es da ganz hilfreiche Parallelen gibt). Judas war nicht der einzige Jünger, der sich von Jesus abwendete (sein Verrat war jedoch einmalig). In Joh 6,66 wird berichtet, wie sich viele Jünger aufgrund einer "harten Rede" von Jesus zurückzogen. Sicherlich geschah so etwas immer wieder mal.

    Auch tun wir uns schwer damit, dass Jesus jemanden in die Jüngerschaft rief, von dem er vorher wusste, dass er nicht gläubig werden würde. Aber sehen wir dies heute nicht auch ständig, dass Menschen das Evangelium von Jesus Christus hören, damit gerufen werden und dennoch nie gläubig werden? Sollten deswegen nur die das Evangelium hören, die auch tatsächlich zum Glauben finden werden? Das NT kennt sogar Menschen, die Christen waren, aber schlecht geendet haben (z.B. 1Kor 5). Auch wir kennen sicherlich Menschen, die Jesus als Christen "nachgefolgt" sind und sich dann doch von Jesus abgewendet haben.
    Zurecht könnte man fragen: Waren diese jemals echte Christen? Dieselbe Frage kann man auch bzgl. Judas stellen: War er jemals ein "echter" Nachfolger? Gott lässt es offensichtlich zu, dass Menschen ihm "nachfolgen", an der Gemeinschaft der Gläubigen teilhaben und sogar mitarbeiten und dann doch irgendwann wegbrechen. Dies gilt sowohl für Nachfolger aus Jesu Erdenzeit wie für Menschen der Gegenwart.

    Hierin liegt auch eine warnende Botschaft an uns: Es ist nicht so wichtig, wie wir gestartet sind. Es ist wichtig, wie wir enden. Einige von uns haben erst spät in ihrem Leben zu Christus gefunden - oft nach vielen krummen Wegen. Wichtiger ist aber, dass wir mit Christus enden. Ein Lehrer aus meiner Bibelschulzeit pflegt seine Emails und Briefe an einen bestimmten Freund stets mit diesen Worten zu beschließen: Let´s end well!