10. Januar - Markus 2, 18-22

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Kommentare: 8
  • #1

    Helmut (Lauf) (Sonntag, 10 Januar 2016 15:50)

    Zur Frage im Buch: Ist die Frage der Leute an Jesus in V.18 Berechtigt?
    Ich denke ja im religiösen Sinne, das heißt, auch wir stellen bewusst oder unbewusst Vergleiche an
    gegenüber unseren Mitgeschwistern. Dadurch hinterfragen wir sie und uns selber ob wir richtig laufen im Wettlauf.
    Gesetz für uns Christen ist es keine, aber eine gute Einrichtung, ich faste jetzt den 3. Tag und kann es nur empfehlen.
    Zum SONNTAGS-RÄTSEL: Ist es Chrissi ???

  • #2

    Corinna (CINF) (Sonntag, 10 Januar 2016 17:52)

    Hi,

    Ich hab da ne Frage. Ich versteh nicht ganz den Zusammenhang zwischen dem Fasten und den beiden Vergleichen mit dem Wein und der Kleidung.
    Ich würde das so interpretieren, dass wir nicht einfach nur Jesus in unser Leben hinzufügen sollen wie ein Flicken, dass wir stattdessen völlig neu werden durch Jesus und nicht nur "aufgebessert" werden oder etwas neues in unser altes ich kommt, sondern dass wir völlig neu werden müssen.
    Kann man das so sagen? Ich seh da nämlich keinen Zusammenhang zum Thema Fasten aber es steht ja in diesem Kontext...
    Manchmal les ich die Fragen der Leute an Jesus und versteh überhaupt nicht wie Jesus darauf antwortet. Wenigstens weiß ich dass es immer die richtige Antwort war :)
    Vielleicht kann mir da ja jemand weiterhelfen

    Lg

  • #3

    Jonas (Sonntag, 10 Januar 2016)

    @Helmut: zum Sonntagsrätsel: Wo kommt eine Christi vor? Ich denke die Antwort ist Lydia (siehe Apg 16,14f). Was meint ihr?
    @Corinna: Gute Gedanken! Ich denke in die selbe Richtung. Die Aussage der zwei Bilder ist: Man soll nichts Neues mit Altem verbinden. Nun meine Übertragung: Jesus ist das Neue, welches nicht mit dem Fasten ( das Alte) verbunden werden soll.
    Die Tage, wo Jesus weg sein wird und seine Jünger wieder fasten werden, meinen meiner Meinung nach die Zeit zwischen Himmelfahrt und der Ausgießung des HG, auch wenn es dort nicht explizit erwähnt wird. Denn das sit eine kurze Zeit, in der Gott in keiner Form auf der Erde ist, wenn ich das mal so formulieren darf. Denn der HG als Tröster und Beistand "ersetzt" Jesus für die Gläubigen. Siehe Joh 14&16.

  • #4

    Jonas (Sonntag, 10 Januar 2016 20:34)

    @ Helmut: Chrissi mein ich

  • #5

    Artur Janzen (CINF/Bibelbaptisten Nbg) (Sonntag, 10 Januar 2016 20:55)

    Hallo Corinna,

    die Antwort Jesu habe ich damals auch nie verstanden. Mittlerweile meine ich begriffen zu haben, was Jesus damit sagen wollte:
    In V. 18 erklärt Markus, dass für Juden (verschiedener Richtungen und Strömungen) das Fasten zur normalen Frömmigkeit gehörte. Jesus dagegen verpflichtete seine Jünger nicht dazu. Das wurde hinterfragt. Jesus antwortete in drei Bildern (Hochzeit, Flicken, Weinschläuche), die alle im Prinzip folgendes aussagen möchten: Neue/besondere Umstände verlangen neue/besondere Methoden. Eine Hochzeit ist ein besonderer Umstand - da fastet man nicht. Die beschriebene Flickmethode funktioniert nicht - es braucht eine andere Methode. Der beschriebene Umgang mit neuem Wein funktioniert auch nicht - es braucht eine andere ("neue") Methode.
    Jedes Bild hat dabei nochmal seine eigene Betonung:
    Das Hochzeitsbild macht sehr plausibel verständlich, warum Fasten nicht angesagt ist (Fasten auf einer Hochzeit käme für mich nie in Frage - nicht bei dem vielen guten Essen).
    Das Flickenbild macht deutlich, dass Neues (Jesus und seine Lehre) mit Altem (traditionalisiertes Judentum) nicht kompatibel ist.
    Das Weinbild macht deutlich, dass neuer Inhalt (Wein) auch eine neue Form (Trinkschlauch) braucht.
    Jesu gepredigte Inhalte waren neu und traten deswegen auch in neuer ungewohnter Form auf - ganz zurecht, wie Jesus betont.
    Ich hoffe, das erhellt diesen Text ein wenig.

  • #6

    Artur Janzen (CINF/Bibelbaptisten Nbg) (Sonntag, 10 Januar 2016 21:20)

    Noch eine Ergänzung zu meinem ersten Beitrag:

    Fasten ist im AT meines Wissens nach nur einmal angeordnet, nämlich am großen Versöhnungstag in Verbindung mit einer Entsühnung von Sünde (3Mo 16). Es kann hier wohl als Ausdruck von Trauer und Reue gedeutet werden. Die israelitische und jüdische Tradition entwickelte mit der Zeit weitere Fastentage.
    Weder das Fasten des großen Versöhnungstages war angebracht (weil es eben nur auf diesen Feiertag beschränkt war), noch wollte Jesus die jüdische Tradition übernehmen. Deswegen verpflichtete er seine Jünger nicht dazu.

    Als Christ können wir heute dennoch fasten. Das NT ordnet dies aber nicht an. Deswegen sollten wir es als Möglichkeit und nicht als Gebot betrachten. Paulus selbst hat vom Fasten Gebrauch gemacht (2Kor 6,5; 11,27), es aber an keiner Stelle gefordert. Jesus hat es auch nie angeordnet, sondern nur Kriterien dafür gegeben, wie es abgehalten werden soll (Mt 6,16ff.).

  • #7

    Jonas (Sonntag, 10 Januar 2016 21:28)

    Sehr gut herausgearbeitet Artur ;-)

  • #8

    Corinna (CINF) (Montag, 11 Januar 2016 00:47)

    Danke das hilft mir voll weiter :)