9. Januar - Markus 2, 13-17

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Kommentare: 5
  • #1

    Jonas (Samstag, 09 Januar 2016 11:11)

    Liebe Geschwister,

    ein paar Gedanken zum heutigen Text:

    1) Seitdem sich Jesu vollmächtiges Verkündigen und Wirken herumgesprochen hat(1,21-28 & 1,45), hat Jesus die Menschenmaße bei sich (1,32f.37.45; 2,2f.13). Jesus hatte viele Menschen um sich, die er lehrte. Und doch beruft er nur einen in die Nachfolge, den Levi (Matthäus) (V.14) Warum? Vielleicht ist 1Kor 1,26-31 hier eine Hilfe.
    Und doch folgten ihm viele nach (V.15b). Jesus nachfolgen und von ihm in die Nachfolge berufen zu werden sind scheinbar zwei verschiedene Dinge. Oder versteh ich den Text gerade nicht richtig? Was meint ihr?

    2) Jesus rechtfertigt sein Umgebensein von Zöllner und Sündern damit, dass er für diese Menschen gekommen sei, um sie zur Umkehr von ihrem gottlosen Weg aufzufordern (V.17). Hat die religiöse Elite Israels da etwas falsch verstanden? Ist ihr Messias-Bild verkehrt?

    3) Jesus ist nicht gekommen, um Gerechte zu berufen (V.17b). Wer ist ein Gerechter?

  • #2

    Artur Janzen (CINF/Bibelbaptisten Nbg) (Samstag, 09 Januar 2016 11:34)

    Hallo Geschwister,

    zu 1) (Jonas)
    Jesus belehrte zwar die Menschenmassen, wusste aber, dass letztendlich nur wenige zur Nachfolge taugten (vgl. Lk 14,25-35). Das wird wohl ein Grund für seine begrenzte Auswahl an Jüngern sein. Ein weiterer Grund wird ein pragmatischer sein: Obwohl die Gesamtzahl seiner Nachfolger wohl doch größer war (V. 15), investierte er sich im Besonderen in zwölf Männer, die eine spezielle Berufung erfuhren (beachte hier den Unterschied zwischen Buß- bzw. Reich-Gottes-Predigt in 1,14.21.39; 2,2 und Aufruf zur Nachfolge in 1,17.19; 2,14). Diese zwölf Jünger sollten besonders intensiv geschult und auf die spätere Aposteltätigkeit vorbereitet werden. Eine solche Jüngerschaft funktioniert eben nur mit einer kleinen Auswahl.
    Ein Prinzip wird hier deutlich, das auch für uns relevant ist: Investiere dich in einige wenige intensiv statt in viele oberflächlich. Auf lange Sicht wirst du so mehr Menschen nachhaltig erreichen und prägen.

  • #3

    Jonas (Samstag, 09 Januar 2016)

    Amen!
    An dieser Stelle möchte ich zwei wertvolle Buchempfehlungen weitergeben:
    1) http://cbuch.de/eims-die-verlorene-kunst-des-juengermachens.html
    2) http://cbuch.de/rosenberg-koshy-das-investierte-leben.html

    Lesen, verinnerlichen, umsetzen und staunen. Soli Deo Gloria!

  • #4

    Andrea (CiNF-Hauskreis in Fürth ;) (Samstag, 09 Januar 2016 22:48)

    Hallo ihr Lieben,

    zu den Fragen 2) und 3) von Jonas:
    Diese kann man vllt ganz gut mit dem Gleichnis von den verl. Söhnen (Lk 15, 11-32) beantworten. Der jüngere Sohn steht hier für die Sünder, die sich entgegen den moralischen Gesetzen/Vorschriften auf Abwegen befinden, gegen die Richtlinien der Gesellschaft rebellieren, ihre Verlorenheit schließlich aber erkennen und durch Jesus zur Buße kommen (sollen). Aber genauso verloren ist auch der ältere Bruder, der immer rechtschaffend war und nach den Gesetzen lebte und seinem Vater diente ... aber nicht vom Herzen her. Aufgrund seines "guten" Verhaltens wollte er gerecht werden und zielte dabei nicht auf die Liebe des Vaters ab, sondern auf seinen Besitz (also gleiches Motiv wie der jüngere Bruder). Traurig ist aber, dass er selbst nicht erkennt, dass er abgeirrt ist und somit selbstgefällig und überheblich auf seinen Bruder herabsieht und die Liebe seines Vaters zurückweist (bzw. das Erlösungswerk Jesu). Damit spricht Jesus die Pharisäer an, die sich genau in diesem verlorenen Zustand befinden, sich aber für gerecht halten (-> die Gerechten)

  • #5

    Jonas (Samstag, 09 Januar 2016 23:12)

    Sehr gut Andrea!
    Gerecht ist nur ein einziger Mensch: Jesus Christus (1Petr 3,18). Sonst ist kein Mensch gerecht (Röm 3,10). Es gibt nur Menschen, die sich verblendeter Weise für gerecht halten, wie eben hier die Pharisäer und Schriftgelehrten.
    Damit ruft Jesus jeden Menschen! Wer den Ruf nicht wahrnimmt, weil er zu stolz ist anzuerkennen, dass er Sünder ist und Vergebung braucht, schneidet sich ins eigene Fleisch und bringt sich letztendlich ins eigene ewige Verderben!
    Aber der Gerechte, Jesus Christus, macht die Gerecht, die sich vor ihm demütigen (Jak 4,6 & 1Petr 5,5). Halleluja!