7. Januar - Markus 1, 40-45

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Kommentare: 8
  • #1

    Artur Janzen (CINF/Bibelbaptisten Nbg) (Donnerstag, 07 Januar 2016 07:35)

    Hallo Geschwister,

    1) Warum ist die Heilung des heuten Textabschnitts in gewisser Weise noch erstaunlicher als die der Schwiegermutter des Petrus (V.29-34)?

    2) Frage aus dem Schwarzbrot-Buch: Warum soll der geheilte Aussätzige niemandem von seiner Heilung berichten?

  • #2

    Corinna (CINF) (Donnerstag, 07 Januar 2016 09:18)

    Hi :)

    Mir ist heute, passend zum gestrigen Thema, aufgefallen, dass Jesus sich genau dann zum Gebet besonders zurückzieht, wenn der Trubel am größten ist. Das kann man besonders gut an der Parallelstelle Lk 5,15-16 sehen "und große Volksmengen kamen zusammen, um ihn zu hören und durch ihn von ihren Krankheiten geheilt zu werden. Er aber hielt sich zurückgezogen an einsamen Orten auf und betete." Ich habe den Eindruck, dass wir je mehr wir dienen, desto mehr beten sollen. bzw. dass wir noch viel mehr darauf angewiesen sind und dass selbst Jesus es war.
    Ich find das eine echte Herausforderung, dass man gerade dann, wenn man sehr wenig Zeit hat noch viel mehr Zeit ins Gebet investieren soll. Dabei ermutigt es sehr die Zeugnisse von anderen Christen zu hören, die ein vorbildliches Gebetsleben führen, weil es uns zeigt, dass es für Gott nicht unmöglich ist und die nötige Zeit zu schenken, die wir ins Gebet stecken.

    Auf die Frage aus dem Schwarzbrot hab ich leider keine Antwort die mich zufrieden stellt, aber ich bin sicher es gibt hier einige die ne Antwort gefunden haben :)

  • #3

    Jonas (CINF & BBG) (Donnerstag, 07 Januar 2016 09:43)

    Guten Morgen liebe Geschwister,

    das mit dem Gebet ist sehr wahr! Nicht einfach, aber wahr! Ich möchte auch alle CINFler ermutigen am kommenden Mittwoch zum Gebetsabend zu kommen. Unter der neuen Rubrik "Termine" findet ihr die weiteren Gebetstermine.

    Nach dem "Lexikon zur Bibel" war Aussatz nicht notwendigerweise Lepra. Es umfasst wohl mehrere Krankheitsbilder. Es scheint aber eine Schuppenkrankheit gewesen zu sein, die den Körper an verschiedenen Stellen befallen hat. "Die Furcht vor dem Aussatz beruht unter den Israeliten darauf, dass der Aussätzige für die Dauer der Krankheit kultisch als unrein gilt und damit von der Gemeinschaft des Volkes und der Teilnahme am Gottesdienst ausgeschlossen ist" (Lexikon zur Bibel). Nachzulesen in 3Mose 13-14.

    Interessant, mit welcher Demut der Aussätzige an Jesus herantritt: "Wenn du willst" (V.40b). Dieser Mann wusste, dass er und sein Anliegen gesund zu werden von der Gnade Gottes abhing und er wagt er es Jesus darum zu bitten.
    Anwendung: Bin ich mir meiner Situation vor Gott bewusst, dass ich durch seine Gnade bin, was ich bin? Oh möge unser Lebensstil auch von solch einer demütigen Gesinnung geprägt sein!

  • #4

    Steffi (Donnerstag, 07 Januar 2016 14:25)

    Martin Luther selbst soll ja gesagt haben: Ich habe soviel Arbeit, dass ich nicht auskomme ohne täglich 3 Stunden meiner besten Zeit dem Gebet zu widmen.

    Vielleicht war die Heilung vom Aussatz deshalb so besonders, weil nur der Messias vom Aussatz heilen konnte (messianisches Wunder)? Kann das stimmen?

    Nachdem der Geheilte ja scheinbar ungehorsam war und es nicht für sich behielt, musste Jesus sich zurückziehen. Er wurde evtl. dadurch an seinem Dienst behindert. Evtl. ein Teil der Antwort?
    Meine Überlegung war u. a. auch, wo bin ich ungehorsam oder meine was tun zu müssen und hindere damit den Herrn zu wirken.
    Schöne Grüße

  • #5

    Helmut (Lauf) (Donnerstag, 07 Januar 2016 18:36)

    Über Heilung von Aussatz und Totenauferweckung wird auch im AT berichtet.
    Aber das Kennzeichen vom Messias (prophetisch vorausgesagt) ist, daß er Lahme gehend
    und Blinde sehend macht.
    Die Schriftgelehrten und Pharisäer hätten ihn also erkennen müssen.
    Da Jesus auch am Sabbat geheilt hat, entschieden sie, daß es nicht von Gott sei.

  • #6

    Marcus (CINF & Bibelbaptisten) (Donnerstag, 07 Januar 2016 23:33)

    Schönen guten Abend, bin wahrscheinlich der letzte heute :-).

    Sehr gute Anregungen die man hier liest.
    zu 1. (Arthur): mitunter, weil der Aussätzige von selbst zu Jesus kam und an ihn die Erwartung hatte, dass er ihn gesund machen kann? (siehe Jones Antwort). Oder, es war ein sofort sichtbares Zeichen (die Hautveränderungen wichen sichtbar für alle sofort), zudem war er ja noch unrein und somit ansteckend, Jesus hatte keine Probleme damit ihn zu berühren und sich möglicherweise selber anzustecken (aus menschlicher Sicht).

    Mir ist beim Lesen dieser und der Stellen in 3. Mose 13 (mitsamt der MacArthur-Erklärungen) aufgefallen, dass Gott ja mit diesen Gesetzen zum einen das Volk vor äußerlicher Krankheit schützen wollten (Ansteckung), aber auch deutlich machen möchte, wie rein er selber ist und dass wir erst "für rein" erklärt werden müssen, um in sein Heiligtum treten zu dürfen. Und was ich hier, mitunter etwas zu weitgehend, interpretieren würde: Jesus fasst das Unreine an und macht es gesund - was für ein Bild für uns sündige Menschen - und wird selber davon nicht angesteckt - die Sünde und somit der Tot konnte ihm nichts anhaben. Niemand kann sich selbst von Sünde reinigen, wir brauchen Jesus dazu und müssen uns an ihn wenden, er allein kann diese vergeben. Sünde ist doch auch wie ein Geschwür, wo sie frei wüten darf, breitet sie sich aus.

    2.) Ist schon komisch, Jesus sagt: geh zum Priester, er soll dich für rein erklären, ihnen (also den Juden allgemein? oder nur den Priestern und Tempelbediensteten?) zum Zeugnis. Dadurch hätte dieses Wunder ja auch die Runde gemacht.... womöglich war es aber grad Jesus Absicht, diesen Gesetzesweg einzuhalten (wie in 3. Moses 13 beschrieben) und es hätte sich nicht so stark verbreitet und wäre den dortigen Juden womöglich noch ein Zeugnis gewesen, dass über die körperliche Heilung hinausging, eben die Reinigung von der Sünde. So aber erzählte der Geheilte es vielfach, auch den falschen Leuten - somit wurde Jesu Dienst gehindert, denn die Leute kamen höchstwahrscheinlich dann vermehrt wg. der Heilungen zu ihm als um das Evangelium zu hören.

    So, dann gute Nacht euch und danke für die Hinweise zum Gebet, es ist für mich echt schwierig da regelmäßig dran zu bleiben, grad auch wenn man Zeit hat und eigentlich grad nicht gestresst oder gefordert ist.

  • #7

    Artur Janzen (CINF/Bibelbaptisten Nbg) (Freitag, 08 Januar 2016 00:08)

    Hallo Geschwister,

    danke für eure sehr hilfreichen und tiefgehenden Antworten! Nun noch mein Beitrag zu meinen zwei gestellten Fragen:

    zu 1)
    Die Schwiegermutter des Petrus war an Fieber erkrankt - eine Krankheit, die i.d.R. auch auf natürlichem Wege heilbar ist (nichtsdestotrotz war die Heilung hier übernatürlich). Der Aussatz dagegen, gerade beim Krankheitsbild Lepra, galt als nicht heilbar. Insofern war diese Heilung eine noch erstaunlichere.
    Laut A. Fruchtenbaum, ein messianischer Jude und Theologe, galt die Heilung eines Aussätzigen als ein messianisches Wunder. Hierzu ein Zitat von ihm:
    "In den rabbinischen Schriften sind viele Behandlungsmöglichkeiten beschrieben, doch im Falle von Aussatz schweigen die rabbinischen Schriften vollständig. Auch wegen des Anscheins eines göttlichen Gerichts entwickelte sich im Laufe der Zeit die Lehre, dass ein jüdischer Aussätziger nie geheilt werden würde, es sei denn, der Messias würde kommen. [...] In Lukas 5,13 berührte ihn Jesus [auch in unserem Text; meine Anmerkung]. Das war ein Akt der Liebe, denn dies war das erste Mal, seid der Mann aussätzig erklärt worden war, dass ihn jemand berührte. Denn ab dem Tag, da er aussätzig erklärt worden war, war er unberührbar. Aber Jesu Berührung heilte den Mann und das erste der drei messianischen Wunder war vollbracht."
    Fruchtenbaum, Das Leben des Messias, S. 32f.

    zu 2)
    Die Antwort habt ihr eigentlich schon gegeben. Hier nochmal eine Zusammenfassung:
    Das Gesetz (1Mo 13+14) verlangte diesen Prozess, den Jesus auch befolgte. Zusätzlich war damit den geistlichen Leitern Israels, nämlich der diagnostizierenden Priesterschaft, die Möglichkeit gegeben, den Messias zu erkennen (vgl. Lk 5,14: "ihnen zum Zeugnis"). Auch hier ein erhellendes Zitat von Fruchtenbaum:
    "Für die nächsten sieben Tage würde der Fall in den folgenden drei Aspekten genau untersucht werden: Erstens: War er wirklich aussätzig? Zweitens: Wenn ja, wurde er wirklcih geheilt? Und drittens - das Wichtigste: War es ein Mann namens Jesus von Nazareth, der ihn geheilt hatte?"
    Fruchtenbaum, Das Leben des Messias, S. 33

  • #8

    Artur Janzen (CINF/Bibelbaptisten (Freitag, 08 Januar 2016 00:11)

    Kleine Korrektur zu 2)
    Es ist natürlich 3Mo 13+14 und nicht 1Mo 13+14.