8. Januar - Markus 2, 1-12

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Kommentare: 5
  • #1

    Artur Janzen (CINF/Bibelbaptisten Nbg) (Freitag, 08 Januar 2016 07:48)

    Hallo Geschwister,

    einige Fragen und Beobachtungen:

    1) In V. 2 wird erwähnt, dass Jesus lehrte, nicht heilte. Möglicherweise legte er jetzt den Fokus auf die Lehrtätigkeit, nachdem er bereits so viele geheilt hatte und seine Lehrtätigkeit wegen dem geheilten Aussätzigen für "etliche Tage" (V. 1) eingeschränkt worden war.

    2) In V. 5 spricht Jesus dem Gelähmten Vergebung zu, statt seinem offensichtlichen Bedürfnis zu begegnen. Warum wohl?

    3) Nach A. Fruchtenbaum (siehe Eintrag von gestern) gab es im Sanhedrin zwei Phasen im Umgang mit messianischen Bewegungen. Erste Phase: Beobachtung. Zweite Phase: Befragung. In der ersten Phase wurden Männer (hier Schriftgelehrte) ausgesandt, die neue messianische Bewegungen beobachten und anschließend Bericht in Jerusalem erstatten sollten. In dieser Phase war es ihnen nicht erlaubt, Fragen zu formulieren und zu reden. Lediglich Beobachtungen sollten gemacht werden. Wurde im Sanhedrin eine Bewegung als wichtig eingestuft, wurde die zweite Phase der Berfragung eingeleitet. Hier befinden wir uns in der ersten Phase. Das erklärt auch, warum die Schriftgelehrten sich ihre Fragen dachten, sie aber nicht aussprachen. (Fruchtenbaum, Das Leben des Messias, S. 33ff.)

    4) Typisch für jüdisch-rabbinische Dialoge war die Formulierung von Fragen und Gegenfragen als Antwort. Auf diese Weise war man gewohnt zu lehren und zu lernen. Jesus fällt hier wie in vielen anderen Gesprächen auch als typischer jüdischer Rabbiner auf.

  • #2

    Jonas (Freitag, 08 Januar 2016 13:10)

    Interessant, dass Jesus als Beweis für das größere Wunder (nämlich das der Sündenvergebung; also die innere viel wichtigere Heilung), das kleinere Wunder der (äußerlichen) Heilung vollbringt (V.10f).
    In V.12 lesen wir, dass die Menschen sehr erstaunt waren; in Lk 5,26, dass sie sogar außer sich waren. Der Text lässt meines Erachtens offen, ob sie über die Sündenvergebung oder über die Heilung des Gelähmten so erstaunt waren. Vermutlich über das zweite, da diese Heilung etwas sichtbares ist und zudem seit langer, langer Zeit nicht mehr geschehen ist. Zudem ist es ein messianisches Zeichen (siehe Jes 35,5f).

  • #3

    Helmut (Lauf) (Freitag, 08 Januar 2016 18:20)

    zu Frage 2
    Ist es nicht wunderbar wenn Jesus ihren Glauben sieht und sie darin herausfordert?
    Damit setzt er in sie ein großes Vertrauen. Er hätte ja auch vorher heilen und danach
    Sünden vergeben können. Das heisst, die Legitimation, Qualifikation vorher zeigen durch Wunder.
    Am meisten wurde Abraham im Glauben herausgefordert als er seinen Sohn opfern sollte
    und er wurde dafür sehr belohnt bis in Ewigkeit.
    Sind wir bereit im Glauben Schritte zu wagen? Bei der Teestube haben zwei Brüder im Glauben
    auf Gottes Auftrag und Beistand, den Mietvertrag unterzeichnet. Dann mehrere die Umbauarbeiten
    gemacht und viele über die Jahre den Dienst für Gott und die Gäste. Wir dürfen uns nicht selber in
    den Mittelpunkt stellen sonst geht es schief. Gott lässt sich die Ehre nicht nehmen.
    Anmerkung zur Stelle im Buch Zum Nachdenken: Der Widerstand regte sich bevor Jesus geheilt
    hatte, sie hatten keinen Glauben. Danach heisst es in Vers 12 : ... so daß alle außer sich gerieten
    und Gott verherrlichten.
    Ein Wunder ist auch, daß kein Aufruhr entstand, als Leute das Dach kaputtmachen.
    Stell Dir vor du willst jemandem zuhören und es gibt Lärm, Zerstörung und Dreck fällt herab?

  • #4

    Siggi (Freitag, 08 Januar 2016 19:22)

    Hallo liebe Heilige ☺,

    Zur 2. Frage im Schwarzbrot: dass Jesus zuerst die Sünden vergibt und dann erst heilt, zeigt m. E. auch an, was wirklich wichtig ist und Vorrang hat, nämlich Sündenvergebung. Wir aus unserer diesseitigen Perspektive neigen dazu, die zeitlichen Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen. Freuen wir uns also darüber, dass unsere Namen im Buch des Lebens stehen, auch wenn wir hier noch durch viele Bedrängnisse ins Reich Gottes eingehen müssen, da wir wissen, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll (Röm. 8,18).

  • #5

    Lisa (Freitag, 08 Januar 2016 23:33)

    Ich finde es total faszinierend zu sehen welche Parallelen zwischen der körperlichen Krankheit (Lähmung) und der Sünde sichtbar werden.
    Wenn jemand gelähmt ist, können die Signale vom Gehirn (zentralen Nervensystem) nicht mehr in die Peripherie (an Extremitäten) geleitet werden, weil die leitenden Nervenfasen geschädigt wurden.
    Wenn wir uns gegen Gott versündigen entsteht auch eine Schädigung unserer(s) Beziehung/Kontakte zu ihm. Wir führen nicht mehr seinen Willen aus. Deshalb ist denke ich auch die Reihenfolge der Schritte von Jesus so gewollt. Es gilt zu erst unsere Sünden zu bekennen, bzw. unsere Beziehung zu Gott zu prüfen, ob diese in einem gesunden Zustand ist und dann ihm zu dienen.
    Ich weiß nicht, ob das Sinn macht, aber das ist mir beim Lesen so gekommen.